„Kann auch ein Mohr seine Haut wandeln?“ Jer. 13,23.
Jeremias hatte zu diesem Volk gesprochen, und es wollte nicht hören; er hatte über sie geweint, und sie wollten nicht nachdenken. Selbst Gottes Gerichte hatten sie nicht zu bewegen vermocht, und er kam zu dem Schluss, dass sie unverbesserlich seien und sich ebenso wenig bessern könnten, wie ein Schwarzer weiß werden kann.
Das Bild war dem Propheten wahrscheinlich durch die Mohren am Hofe des Königs, der sich mehr um sie als um seine Landsleute kümmerte, nahe gelegt worden. (Jer. 38,7-13.)
„Kann ein Mohr seine Haut wandeln?“ Die erwartete Antwort ist: „Er kann es nicht.“
Es ist eine völlige Unmöglichkeit für einen Mohren, seine eigne Haut zu wandeln: ein physisches Experiment, das noch nie gelungen ist. Die innere Unmöglichkeit ist eine Veränderung des Herzens und Charakters durch jemand, „der des Bösen gewohnt“ ist. Kann er - will er sich selbst ändern? Niemals.
Die Schwierigkeit in dem Falle des Sünders liegt
Aus allen diesen Gründen beantworten wir die Frage verneinend; Sünder können sich ebenso wenig erneuern, als Mohren ihre Haut wandeln können.
Warum predigen wir ihnen denn?
Es ist Christi Befehl, und wir haben zu gehorchen. Ihre Unfähigkeit hindert unseren Dienst nicht, denn das Wort wird von Kraft begleitet. Warum sagen wir ihnen, dass es ihre Pflicht ist, Buße zu tun?
Weil dem so ist; moralische Unfähigkeit ist keine Entschuldigung. Das Gesetz darf von seiner Heiligkeit nichts verlieren, weil der Mensch zu böse geworden ist, um es zu halten.
Warum ihnen denn von dieser moralischen Unfähigkeit sagen?
Um sie zur Verzagtheit an sich selbst zu bringen und sie zu bewegen, auf Christum zu sehen.
Kann des Mohren Haut gewandelt werden? Oder kann der Sünder erneuert werden?
Dies ist eine ganz andere Sache, und darin liegt Hoffnung für die Menschen.
Gewisslich kann der Herr einen Schwarzen weiß machen.
Der größte Sünder kann in einen Heiligen umgewandelt werden. Der Gründe, dies zu glauben, sind viele. Hier sind einige davon:
Hierin liegt Hoffnung auch für den ärgsten Sünder. Nicht im Wasserbad der Taufe; nicht in Tränen und Bußübungen; nicht in Gelübden und Versprechungen sondern in seinem mächtigen Wort, das große Gnadenwunder tut.
Schmutz lässt sich abwaschen, aber wir können nicht einmal die Naturfarbe eines Haares (Mt. 5,36), geschweige denn die der Haut ändern, und so ist es unmöglich, moralisch unmöglich, dies Volk zu verbessern oder umzuwandeln. Matthew Henry.
Wenn es denen, die schon jahrhundertelang die Höllenqualen erduldet haben, möglich wäre, auf diese Erde zurückzukehren (ohne wiedergeboren zu sein), so. glaube ich fest, dass sie trotz allem, das sie um der Sünde willen gelitten haben, dieselbe noch lieben und wieder tun würden. John Ryland.
Die christliche Sekte in Syrien scheint die wahre Bekehrung eines Drusen zum Christentum unmöglich zu halten. „Die Wolfsbrut,“ sagen sie, „lässt sich nicht zähmen.“ Die Bekehrung vieler Sünder scheint ebenso unmöglich, und doch wie so manche Triumphe der Gnade sind bekannt, wie der, welchen John Newton an sich selbst beschreibt: „Ich war einst ein wildes Tier an Afrikas Küste, aber der Herr Jesus fing mich und zähmte mich, und nun kommen die Menschen, mich zu sehen, wie sie die Löwen in den Käfigen anblicken.“